Sonntag, 24. Juni 2007

Duncan, B.C., Kanada


Willkommen in Duncan, B.C. Hier thront der grösste Eishockeyschläger der Welt! 28 tonnen schwer und mehr als 61 Meter lang.















Die Lipizzaner Pferdeshow

Ostküste USA






Pünktlich zum 6.ten HOCHZEITSTAG ein Dinner in ausgefallener Location. Traditionsgetreu darf die Bootsfahrt natürlich nicht fehlen!

Freitag, 1. Juni 2007


"Unsere" Karawane in Mochima, Venezuela


Geschäfts-reise...

Vom Kauf- und Flugrausch

Was haben Arbeitslose und Rentner gemeinsam? Sie haben keine Zeit für nix! So brauchten wir zwei Monate, um Euch wieder auf den neuesten Stand bringen zu können.

Wir sind vollkommen woanders als Ihr wahrscheinlich jetzt denkt, doch erst einmal die Fortsetzung zu dem letzten Text.

(Bevor Ihr jetzt aber diesen Textabschnitt lest, solltet ihr zwei "Posts" weiter unten anfangen.)

Die Spuren waren so breit wie Tracktorspuren. Was für Riesenschildkröten müssen das gewesen sein! Zwei Stellen haben wir auf Anhieb sehen können, an denen sie ihre Eier vergraben haben, doch die eine hatte jemand leider schon angebuddelt. Hohe Sanddünen kletterten wir hoch und rutschten sie herunter, als wären wir auf einer Rodelbahn. Von hohen Wellen verlockt, konnte Markus vom Boddysurfen gar nicht genug bekommen. So richtig hier schwimmen zu gehen, wurde uns abgeraten, da es angeblich sogar bei den Ankerbuchten Hammerhaie geben soll. Bei Sonnenaufgang ging es am nächsten Morgen weiter; wir segelten nach Isla Margarita. Wir erlebten hier ein für uns vollkommen neues Phänomen: den Kaufrausch. Alles ist hier unglaublich billig und die Auswahl riesig. Wir kauften Kleider, Schuhe usw... Doch das war nicht unser grösstes Problem: wo sollen wir unser Geld wechseln? In Venezuela ist eine so starke Inflation, dass es im nächsten Jahr eventuell neues Geld geben soll, bei dem einfach drei Nullen weggestrichen werden. Dementsprechend gross und lohnenswert ist der Schwarzmarkt, kaum ein Mensch wechselt sein Geld noch bei der Bank. Ein Segler gab uns eine Adresse, bei der es gut sei, Geld zu wechseln. Auf den Strassen gibt es zwar viele, die einem das Geld wechseln wollen, doch das Risiko ist zu gross, dort erwischt zu werden. Markus zog also mit den anderen Männern unseres Konvois zu der empfohlnen Adresse: sie gingen zu einem Hauswahrenladen. Sie gingen zu dem arabischen Inhaber des Ladens und teilten ihre Absicht mit. Im Laden war aber nur für die Hälfte der Männer Geld vorrätig, daher mussten sie eine Stunde warten, bis das weitere Geld aus irgendwelchen dubiosen Ecken beschaft werden konnte. Die Situation wurde immer unangenehmer, als zwei mächtige Uniformierte in den Laden kamen. Markus hatte soeben sein Geld erhalten und seine Taschen quollen über vor Geldscheinen. Alle hielten den Atem an und wähnten sich schon im Gefängnis, als die Uniformierten in die Taschen griffen und dicke Bündel von Geldnoten überreichten. Einer unserer Freunde wollte etwas mehr Geld wechseln, musste daher dem Inhaber in ein Hinterzimmer folgen, wo er eine Schublade aufzog, in der Millionen von Euros verborgen waren. Da erblickten sie ein Foto, auf dem der Inhaber den Arm um Saddam Hussein legt mit dem Untertitel: „My best friend“.

Schnell war das Geld ausgegeben, Kleider hatten wir nun in Hülle und Fülle, zum Essen kaufen reichte es nicht mehr, doch eines war uns klar: auf ein weiteres Geldwechselabendheuer wollten wir verzichten.

Im letzten Augenblick gelang es uns, noch Freunde aus Wilhelmshaven zu treffen, die wir eigentlich schon zwei Jahre zuvor in Venezuela hatten treffen wollen.

Der Rest unseres Konvois beschloss, ebenfalls mit uns ein Stopp auf dem Weg nach Puerto La Cruz einzulegen, damit wir keinen unnötigen Gefahren ausgesetzt werden. Markus und ich tigerten zur Küstenwache, um uns über die verschiedenen Gegenden zu erkundigen. Was staunten wir da, als wir uns deren Schiffe mal genauer ansahen. In Irland waren sie so gebaut, dass sie eher einer Kugel glichen, damit sie möglichst heile bei einer Durchkenterung davon kommen könnten. Hier aber schien deren Aufgabe einen anderen Schwerpunkt zu haben: das Deck stand voll von Kanonen. Mit hochachtung stellten wir uns zwischen die Maschinenkanonen, alle „Küstenwachemarineoffiziere“ schaarten sich um uns und lauschten dem Kapitän, der uns alle wichtigen Hinweise gab. Wieder im Konvoi ging es weiter zum Festland, Mochima sollte in dieser Gegend der sicherste Platz zum Ankern sein. Am Ende einer langen Bucht befand sich ein kleines Dörfchen vor dem wir den Anker warfen.

Wir staunten über die schicke Marina, aber wir staunten noch mehr als wir sahen, dass immer mindestens 10 Wächter mit Gewehr im Anschlag 24 Stunden Patroillieren. Aus diesem bewachten Gelände gab es kein Ausbrechen!

Es wird inzwischen schwühl und heiss in dieser Gegend, Francois weigert sich wegen der Hitze unter Deck zu schlafen, bellt hin und wieder die patroillierenden Nachtwächter an, wir schwitzen in unserem Bett, werden von Mücken zerstochen und wirkliche Freiheitsgefühle kommen da auch nicht auf. Wir buchen einen Flug nach Miami, den wir durch den günstigen Wechselkurs schon beinahe nachgeschmissen bekommen.

Da die Marina in einer sehr armen Gegend liegt, kommt das Taxi morgens um 5:30Uhr in die Marina gefahren, die Tore werden geschlossen, wir steigen ein und mit einem Affenzahn geht es durch die Armenviertel bis zum Flughafen. Am Flughafen gab es erst einmal Verhandlungen darum, dass wir Francois möglichst spät erst abgeben müssen. Wie? Wir trauen unseren Augen nicht. Das arme Tier wird einfach zwischen die Koffer auf das Fliesband gestellt. Wir protestieren bis uns klar wird, dass der Flughafen eh so klein ist, dass das Fliesband gar nicht so weit führen kann. Zu guter letzt musste das Flugzeug eine halbe Stunde warten, da sie vergessen hatten, von unserem une einem anderen Hund die Papiere zu kopieren.

In Miami angelangt, schnappten wir uns ein Auto, besuchten dort noch Freunde von unserem Freund Rainer und steuerten dann gen Norden. Wir bekommen einen regelrechten Kulturschock als wir diese Villenviertel sehen. Was für ein Kontrast zu der südlichen Karibik!

Auf dem Highway durchquerten wir Florida und hielten für ein paar Tage in Alabama. Markus` Bruder lebt dort mit Frau und drei Kindern, die wir noch nie gesehen hatten. Auf der Strecke dorthin hatten wir grosses Glück, da grosse Feuer nur 5 Meilen von uns entfernt ganze Landstriche verwüsteten, doch an unserem Reisetag zufällig der Wind aus der anderen Richtung kam und dadurch die Strassen befahrbar waren. Inwischen sitzen wir in Buffalo NY bei meinen Schwiegereltern. Hier hatten wir eigentlich ein altes Autochen kaufen wollen, um nach Vancouver zu fahren, doch seit ein paar Jahren ist die amerikanische Regierung der Meinung, dass gebrauchte Autos zu sehr zu Attentaten verleiten könnten und man daher erst einen amerikanischen Führerschein machen muss. Naja, so ganz genau kann ich nicht sagen, ob das zusammenhängt, aber zumindest besteht dieses Gesetz seit der ganzen Attentäterhysterie. Jetzt fliegen wir eben nach Vancouver und geniessen dort den kühlen Sommer. Seitdem wir aus der Hitze draussen sind, ist Francois nicht wieder zu erkennen. Er tobt mit dem Hund meiner Schwiegereltern von morgens bis abend und ist überglücklich.

Testigos Inseln, Venezuela



Woran erkennt man Touristen? Am Bergsteigen in der Mittagshitz'n bei knappen 40 Grad??!

Bananen und Bruch

TESTIGOS Inseln, Venezuela

Was knirscht hier so? Es quietscht regelrecht! Ja, man könnte fast glauben, dass man durch Schnee läuft, doch es ist ganz feiner Sand. Wir sind auf venezuelanischem Boden angelangt, auf einer kleinen Inselgruppe vor La Margarita, die Testigos. Hier gibt es viele Hühner, ein paar Ziegen und Hunde, einen Affen und nur wenige Inselbewohner. Natürlich genau während der Mittagshitze erklommen wir den kleinen Berg hier, indem wir uns durch Kakteenwälder schlängelten und ab und zu etwas Wasser über den Kopf gossen. Begleitet wurden wir von einer kleinen Cockerspanieldame, die sofort eine enge Freundschaft mit Francois geschlossen hat. Von der Landschaft her kommen wir uns so vor, als seien wir in Mexiko gelandet. Vollkommen anders im Gegensatz zu der vorigen Insel Grenada. Dort sind wir in den tiefsten Dschungel eingetaucht. Mit einem Taxi ging es 6 Stunden quer über die Insel. Alles ist unglaublich grün und fruchtbar, doch im Gegensatz zu vor 3 Jahren, als der letzte Hurrikan hier durchgefegt kam, sieht es angeblich karg aus. Die Plantagen sind hier nie in Monokulturen angelegt, sondern es gibt immer viele verschiedene früchtespendende Bäume, die abwechselnd nebeneinander wachsen, wie z.B. Bananen, Kakao, Mangos, Kokospalmen, Papaya und Muskatnuss. Ein herrlicher Anblick. Dann, am 1. Mai machten wir uns am Abend auf die Socken, um über Nacht zu den Testigos zu fahren. Wegen der piratenverschrieenen Gegend fuhren wir im Konvoi mit den Italienern und Franzosen. Na ja, so etwas ähnliches zumindest, da wir zwei Stunden früher losfahren mussten, um dann zwei Stunden später anzukommen. Zum ersten Mal seit langem holten Markus und ich unsere Notraketen heraus, um diese mal näher zu untersuchen, wie diese auch im Gebrauch gegen Piraten angewendet werden könnten. Wir stellten uns schon so manche Manöver vor, aber dachten nicht im geringsten an das, was nachher passierte. Wir hatten herrliche achterliche Winde und 2-3 Knoten Strom mit uns. Es war kurz vor Mitternacht und hinter uns sahen wir unsere kleine „Karawane“ im Vollmondschein heranrücken, als es laut fetzte und auf einmal unser Rollvorstag in der Gegend herumbaumelte. Was für ein Glück, dass wir unser Kutterstag zusätzlich gesetzt hatten sonst wäre wohl das gesamte Rigg (der Mast mit Drum und Dran) auf uns hernieder geprasselt! Unter Groß ging es dann mit 6 Knoten Fahrt weiter während Markus am Bug herumturnte, um unsere Rollgenua einzufangen und zu sichern. Mit großem Triumph wurden wir von Delphinen mit wilden Sprüngen direkt vor den Testigos empfangen.
Morgen soll es dann zu einem Strand gehen, wo vor ein Paar Tagen viele Schildkröten ihre Eier vergraben haben.

Grenada



Inselrundfahrt im Minibus. Es gibt viele exotische Gewürze zu entdecken, herrliche Dschungelwanderungen mit Wasserfällen, aber auch noch schwere Verwüstungen des letzten Hurrikanes vor 3 Jahren.

Kakao


Das weiße glibbelzeugs sieht zwar ausserirdisch aus, schmeckt aber recht witzig. Der Kakao selbst ist nur der Samen in dieser Frucht...

Muskatnuss


Das Fleisch wird für Marmeladen verwendet, die rote Haut für Lippenstift, im Inneren ist die Nuss selbst.

Carriacou und Grenada April und Mai 2007


Von Leguanen und Attentäterautos

Es ist gar nicht so einfach mit Francois, denn wenn wir auf bevölkerten Strassen spazieren gehen, können wir kaum einen Schritt gehen, ohne dass wir von jemandem angehalten werden weil sie ihn streicheln wollen, ein Foto von ihm machen wollen oder folgende Fragen stellen:

Er/sie:„ Warum kann der Hund nicht laufen?“

Wir: „Weil er vor ihnen Angst hat!“

Er/sie:„Ahhh!“, dann kommen sie her, tätscheln ihm ausgiebig das Gesicht und bedauern ihn dabei, was für eine Angst er aussteht, während er uns um Hilfe flehend ansieht.

Aber Francois ist nicht nur der Fotostar, er lernt auch fleißig dazu und hat heute z.B. schon zum vierten Mal gebellt, als jemand mit dem Beiboot zu uns kam. Auf einigen der Inseln, auf denen wir die letzte Zeit waren, ist es zwar verboten gewesen, den Hund mit an Land zu nehmen, doch mit der Zeit verloren wir etwas an Bedenken, als selbst der patrouillierende Polizist vor der Einklarierungsbehörde freundlich an uns vorüber gegangen ist.

Mayreau bot die schönste Bucht, die wir bisher gesehen hatten; vollkommen eingesäumt von einem kleinen goldenen Sandstrand, voller Palmen und kein Haus war zu sehen. Morgens hörten wir nur die Vögel rufen und die Brandung von der anderen Seite der Landzunge, wo sich ebenfalls ein viele hundert Meter langer Sandstrand erstreckt, an dem sich keine Menschenseele findet.

Von dort aus sah man schon die kleinen Inseln der Tobago Cays, umringt von einem großen Riff, nur noch wenige Meilen von uns entfernt. Wenige Tage später ankerten wir fast direkt hinter diesem Riff. Die ganze Gegend ist Naturschutzgebiet und eine Menge an interessanten Tieren und Pflanzen ist dort zu sehen. Gleich neben unserem Boot schienen große Schildkröten zu leben. Jedes mal, wenn Markus eine von ihnen vorbeischwimmen sah, sprang er ihr hinterher und schwamm mit ihr mit; das geschah nicht gerade selten am Tag. Eines frühen Morgens hatte er sie wieder entdeckt. Er zog schnell die Schnorchelsachen an und stand schon sprungbereit. Das Wasser war von dem Wind etwas unruhig und ließ keine gute Sicht zu. „Halt, spring nicht!“ konnte ich im letzten Augenblick noch rausbringen „da ist ein riesiger Fisch direkt vor dir!“ Markus stieg vorsichtshalber in unser Beiboot und lugte über die Gummischläuche hinab in die Tiefe. Ein riesiger, ca. durchschnittsmenschengroßer Baraccuda schwebte gleichsam direkt unter unserem Boot. Ich weiß nicht, wie gut es sich auf einem Baraccuda reiten lässt, aber ich hätte keine Lust, auf einem Tier mit einem solchen Gebiss zu landen. Markus war gar nicht mehr aus dem Wasser zu holen, so fasziniert war er, und dank der Unterwasserkamera konnte er auch einige schöne Bilder machen. Das Highlight war, als sich der Barracuda langsam aus dem Kamerasucher entfernte, und hinter ihm die ersehnte Schildkröte auftauchte.

Später trafen wir noch einen Leguan an Land, der sich auf einem Stein sonnte und von uns dummen Touristen mal wieder in der Mittagspause gestört wurde. François konnte endlich einmal von fremden Menschen unbehelligt umhersausen, und hielt sich glücklicherweise von den grossen Kakteen fern.

Doch man soll ja bekanntlich aufhören, wenn es gerade am schönsten ist, und so zogen wir am nächsten Morgen weiter gen Süden. Union Island wirkte auf uns etwas befremdlich, daher zogen wir gleich am nächsten Tag weiter nach Carriacou. Erst ab hier war Francois endlich wieder legal an Land zu bringen, was wir auch gleich mit einem extragroßen Spaziergang feierten. Mit „unseren“ Italienern und neu kennen gelernten deutschen Seglern erkundeten wir mit einem Kleinbus die Insel, abends gab es Hünchen und frischen Fisch am Strandlagerfeuer.

Beim Verdauungsspaziergang wären wir beinahe allesamt von einem wahrhaft barbarisch Manövrierenden „einheimischen“ überfahren worden. Als wir kurz darauf einen kleinen Weg zwischen Schafweiden und Palmenhainen entlang gingen, sahen wir das „Attentäterauto“. Der Eigner lies auch nicht lange auf uns warten, stierte uns aus Hasserfüllten Augen an, und teilte uns mit, dass wir uns auf Privatgelände befänden. Wir wahren zwar in der Überzahl, und hätten ihn für seinen lebensfeindlichen Fahrstil liebend gerne ordentlich den Hintern versohlt, doch wir wollten ja als gutes Beispiel dienen können, und zogen schlaglos wieder von dannen.