Mittwoch, 28. März 2007

Grosse Überquerung

Hallo Ihr Lieben !
Nach fast zwei Monaten Ankerliegen in Martinique haben wir es nun doch noch geschafft, unser Boot wieder Seeklar zu bekommen, und die immense Strecke von 20 Seemeilen nach Rodney Bay, St. Lucia in angriff zu nehmen. Ging auch prima, nach fünf Stunden Am-Wind segeln konnten wir uns den Herrschaften von Customs und Immigration vorstellen.
Nur für "Junior" mussten wir heute nochmals zurück, extra einen Tierarzt kommen lassen, teuer Geld bezahlen, sodass er ganz, gaaanz, gaaaaaanz vielleicht sogar bereits heute Abend ein "Temporary Visa" erhält. Möge es klappen, denn er wird vom vielen in-der-Ecke-liegen richtig traurig und sogar noch ruhiger, falls das möglich sein sollte! Aber wir wollen morgen ja weiter zur Marigot Bay und dann sogar zu den "Pitons", der großen Attraktion hier, in Form von steilen, mit Regenwäldern übersäten Bergen und badewannenwarmen, glasklaren, und von Fischen förmlich wimmelnden Gewässern davor. So steht's zumindest im Reiseführer schwarz auf weiß, und der muss es ja schließlich wissen.
Gestern Nacht zumindest wollte es jemand wohl wirklich ganz genau wissen, kam an Bord geschossen und prallte volle Karracho in den Kajütaufbau. Hat dabei wahrscheinlich noch sein Augenlicht verloren, der arme Knirps, denn bei dem harten Aufprall verlieren diese armen Wesen häufig ihre sehr weit herausstehenden Augen. Ich habe ihn jedenfalls so vorsichtig, wie das um 3 Uhr morgens eben geht, mit Taschentuch bestückten Händen wieder über Bord gegeben, sodass er sein leben als blinder (?) fliegender Fisch anständig verbringen kann. Und heute Morgen haben wir keinerlei Eingeweide an Deck herumfliegen sehen, sodass es für ihn wohl doch noch einmal glimpflich ausgegangen sein müsste.
Ansonsten gefällt es uns hier bis jetzt recht gut. Alle paar Stunden kommt einer mit einem kleinen Boot vorbei und bietet frisches Obst und Gemüse an, doch sie sind super nett und nicht aufdringlich, ganz anders, als wir erwartet hatten. Nun flitze ich wieder zum Zoll und hoffe, dass bis dann die Papiere eingetroffen sind, damit unser vierbeiniges Baby an Land darf. Also, auf in ein hübsches Kleidchen und ab zu den Zollbehörden.
Seid ganz lieb gegrüßt, Eure M+M+F

Fluch der Karibik 1



Fluch der Karibik 2

Trockenschwimmübung

Sonntag, 18. März 2007

Strandsiesta

Wohnzimmerblick

Kuhparadies Martinique

Grünes Martinique

Kleiner Baumbewohner

Hund Saust, Wir Baden

Hallo ihr Lieben,

noch eine Woche, dann wollen wir gen Süden aufbrechen. Unsere Italiener sind schon in den Süden gestartet und erwarten uns dort auf einer kleinen Insel für das Osterfest. Wir genießen noch die Tage hier in Martinique, denn je südlicher wir kommen, um so heißer wird es nun mal in der Karibik. Eigentlich graut es uns ja schon vor der Hitze dort als auch vor der Piraterie und allgemein der recht hohen Kriminalität. Der Hafenplatz in Puerto la Cruz ist schon vorreserviert, natürlich mal wieder organisiert durch unsere italienischen Freunde, die uns wiederum mit anderen italienischen Freunden bekannt gemacht haben, dessen guter Bekannter der Eigner des Hafens in Puerto la Cruz ist.

Unser Hundebaby wächst und gedeiht. Wir müssen mal dringend ein Maßband zur Hilfe nehmen, denn wir sind uns nicht so ganz im Klaren, ob der Schein trügt, aber irgendwie scheint er schon etwas gewachsen zu sein. Auf den Hinterfüßen stehend kann er jetzt immerhin schon in unsere recht hohe Vorkoje selbständig hineinschauen. Er benimmt sich aber nach wie vor wie ein Baby. Wenn irgendwo ein für ihn beängstigendes Geräusch aufkommt, ein Auto vorbei fährt oder Fremde entgegen kommen so heißt es gleich: „Mammmi, Pappppiiiiii helft mir!!!!!!!! Ist die Hilfe nicht innerhalb von Sekunden vorhanden ist jeder Busch, Baum oder Stein gut genug, um sich kopfüber dahinter zu werfen. Hin und wieder gelingt es ihm aber schon, all seinen Mut zusammen zu nehmen, sich einfach nur hinzusetzen und zu warten, bis diese gefährlichen Dinge vorbei sind. Ja, zitternd wagt er es sogar manchmal an Fremden vorbei zu laufen. Das Wasser ist ihm alles andere als geheuer, dennoch meint er immer, auf der Kannte des Kanus während der Fahrt balancieren zu müssen, um seine Füßchen auch ja nicht nass werden zu lassen. Da ist es nicht verwunderlich, dass er bei einer solchen Aktion schon zweimal über Bord gegangen ist. Das waren seine ersten Schwimmerlebnisse in seinem Leben, leider nicht gerade besonders vorteilhaft.

Wenn er sich sicher ist, dass niemand uns zuschaut, tobt er oft wild mit uns durch und über das Boot und seit gestern auch an dem Strand. Ja, auf einsamen Waldwegen hebt er sogar schon stolz den Schwanz in die Höhe. Kaum kommen wir in ein Dorf, will er getragen werden. Es ist daher nicht verwunderlich, dass uns schon so manche Jugendliche nachrufen haben, es sei zeit für uns, ein Kind zu haben. Es gefällt uns hier immer besser, wir kennen ja schon bald jeden Baum, jede Wurzel und jeden Stein am Rande des Weges. Wir sind eisern dabei hier den Leguanen aufzulauern, die es hier an einer bestimmten Stelle bei den Mangroven als beträchtliche Exemplare geben soll.

Ihr seht schon, unsere Tage sind wirklich mehr als ausgefüllt. Morgens zwischen 6 und 7 Uhr stehe ich auf, bringe das Tier an Deck. Gleich nach dem Frühstück geht es an Land. Meistens sind wir dann erst einmal durch die Hitze so erschlagen, dass ein Schläfchen darauf folgt. Um etwas Richtiges essen zu können, ist es uns einfach zu heiß. Daraufhin werden einige Schreibstunden eingelegt, da Markus an der Webseite für Interyachtcharter übersetzt und ich ihm dabei helfe. Schwups, und schon sind die Stunden verflogen, also Zeit um wieder Gassi zu gehen. Danach dann essen, ein paar Stündchen schreiben und dann ab in die Falle. Zwischendrin gibt es natürlich ein paar Abkühlrunden in dem uns umgebenden 27° warmem Wasser. Eigentlich sollte das Wasser um diese Jahreszeit wohl hier einiges kühler sein, mal sehen was für Folgen das für das kommende Jahr haben wird.

Seid alle ganz lieb gegrüßt, Eure M&M&F

Donnerstag, 1. März 2007


Ankerwache


Neues vom „Baby“, Francois. Es geht prima, mittlerweile sind sogar mehrere hundert Meter Gassigehen möglich. Und zwar am Stück, ohne dass er sich zwischenzeitlich unter Büschen/Parkbänken/Herrchenfüßen verkriecht und mit den Beinen in der Luft liegen bleibt, und auf gaaaaaaaaaaaaaaar keinen Fall weiter will. Ja, und die „Geschäfte“ werden bisher auch an Land erledigt, möge es so bleiben... Den Kauknochen findet er zwar lustig, aber der Ersatzanker findet sehr viel mehr Zuspruch – er ist eben ein echter Bordhund. Wenn er nun noch das Frühstücksbaguette-Einkaufen erlernt, wird er umgehend zum Co-Skipper befördert!