Freitag, 1. Juni 2007

Bananen und Bruch

TESTIGOS Inseln, Venezuela

Was knirscht hier so? Es quietscht regelrecht! Ja, man könnte fast glauben, dass man durch Schnee läuft, doch es ist ganz feiner Sand. Wir sind auf venezuelanischem Boden angelangt, auf einer kleinen Inselgruppe vor La Margarita, die Testigos. Hier gibt es viele Hühner, ein paar Ziegen und Hunde, einen Affen und nur wenige Inselbewohner. Natürlich genau während der Mittagshitze erklommen wir den kleinen Berg hier, indem wir uns durch Kakteenwälder schlängelten und ab und zu etwas Wasser über den Kopf gossen. Begleitet wurden wir von einer kleinen Cockerspanieldame, die sofort eine enge Freundschaft mit Francois geschlossen hat. Von der Landschaft her kommen wir uns so vor, als seien wir in Mexiko gelandet. Vollkommen anders im Gegensatz zu der vorigen Insel Grenada. Dort sind wir in den tiefsten Dschungel eingetaucht. Mit einem Taxi ging es 6 Stunden quer über die Insel. Alles ist unglaublich grün und fruchtbar, doch im Gegensatz zu vor 3 Jahren, als der letzte Hurrikan hier durchgefegt kam, sieht es angeblich karg aus. Die Plantagen sind hier nie in Monokulturen angelegt, sondern es gibt immer viele verschiedene früchtespendende Bäume, die abwechselnd nebeneinander wachsen, wie z.B. Bananen, Kakao, Mangos, Kokospalmen, Papaya und Muskatnuss. Ein herrlicher Anblick. Dann, am 1. Mai machten wir uns am Abend auf die Socken, um über Nacht zu den Testigos zu fahren. Wegen der piratenverschrieenen Gegend fuhren wir im Konvoi mit den Italienern und Franzosen. Na ja, so etwas ähnliches zumindest, da wir zwei Stunden früher losfahren mussten, um dann zwei Stunden später anzukommen. Zum ersten Mal seit langem holten Markus und ich unsere Notraketen heraus, um diese mal näher zu untersuchen, wie diese auch im Gebrauch gegen Piraten angewendet werden könnten. Wir stellten uns schon so manche Manöver vor, aber dachten nicht im geringsten an das, was nachher passierte. Wir hatten herrliche achterliche Winde und 2-3 Knoten Strom mit uns. Es war kurz vor Mitternacht und hinter uns sahen wir unsere kleine „Karawane“ im Vollmondschein heranrücken, als es laut fetzte und auf einmal unser Rollvorstag in der Gegend herumbaumelte. Was für ein Glück, dass wir unser Kutterstag zusätzlich gesetzt hatten sonst wäre wohl das gesamte Rigg (der Mast mit Drum und Dran) auf uns hernieder geprasselt! Unter Groß ging es dann mit 6 Knoten Fahrt weiter während Markus am Bug herumturnte, um unsere Rollgenua einzufangen und zu sichern. Mit großem Triumph wurden wir von Delphinen mit wilden Sprüngen direkt vor den Testigos empfangen.
Morgen soll es dann zu einem Strand gehen, wo vor ein Paar Tagen viele Schildkröten ihre Eier vergraben haben.