Samstag, 23. Dezember 2006

Gran Canaria

Hallo Ihr Lieben!!!

Nun habe ich endlich mal etwas Zeit und Muße, um Euch einen kleinen Einblick in unsere Weiterreise auf den Kanaren zu geben. Markus hatte Euch ja schon einen Minibericht erstattet, doch da saß uns gerade die Zeit im Nacken.

Der Flug ging von München los. Johanna und Moritz waren mit in unserem Reisegepäck. Alles lief wunderbar, bis wir in den Bus steigen wollten, der uns zur Fähre, die uns wiederum zu unserem Boot auf La Graciosa bringen sollte. Im Flugzeug durfte Moritz sogar auf unserem Schoß sitzen, und jetzt behauptete die Busfahrerin allen Ernstes, dass ich den Hund in seiner lommeligen Hundetasche zum Gepäck stecken sollte. Das arme Tier wäre dort, insbesondere bei ihrem Fahrstil, zwischen den Koffern zerquetscht worden. Johanna und ich benahmen uns wie eine Glucke, die auf ihr Küken aufpasst und hatten letztendlich Erfolg, da sich sogar die gesamten Buspassagiere darüber aufregten und uns halfen. Diese Hürde überstanden, stellte sich auch schon gleich die nächste in den Weg: draußen war Sturm und die Fähre fuhr nicht, was uns erst am Ende der Busfahrt gesagt wurde. Orzola, von wo die Fähre normalerweise startet, ist ein winzeliger Ort am Ende der Welt. Wie sollten wir nun ein Zimmer finden, bei dem auch ein Hund mit hinein darf? Natürlich waren wir nicht die einzigen, die nun auf Zimmersuche waren und ich kam mir vor wie in der Weihnachtsgeschichte. Zwei Stunden gingen Johanna und ich auf Zimmersuche, während Markus das Gepäck bewachte. Überall wo wir an die Türe klopften, hieß es: wäret ihr ein paar Minuten früher da gewesen, so hätte ich noch ein Zimmer für Euch gehabt, doch leider ist mein Haus jetzt voll. Doch die Leute waren dort sehr bemüht, uns letztendlich doch noch ein Zimmer zu finden, natürlich mit verdreifachten Preisen. Dennoch waren wir glücklich, hatten noch zusätzliche Freunde gewonnen, die in der selbigen Lage waren und hatten schließlich ein Dach über dem Kopf. Hurraaaa, am nächsten Morgen war die Fähre da! Es war eine vom Inselfernsehen begleitete Attraktion, denn es sei vollkommen unüblich, dass ein Sturm aus dieser Richtung kommt und die Fähre dadurch drei Tage nicht fahren konnte. Endlich durften wir wieder unsere inzwischen so liebgewonnene Columba betreten. Wir waren wieder zuhause. Naja, und dann halt der fehlende Spinnakerbaum, den Markus ja schon erwähnt hatte. Doch der Wind wollte die ganze Woche nicht so mit uns mitspielen, wie wir uns das eigentlich gedacht hatten, also wurde es für Johanna kein Seegel- sondern ein Vulkanbe- und –abstieg – Urlaub. Zwischendrin hat Johanna sich als ausgezeichnete Verteidigerin gezeigt, als eine behinderte Frau aus dem Dorf zum Moritz kam und ihm einen dicken Stein an den Kopf warf. Das arme Tier hat es einfach nicht leicht in diesem Land.

An dem Tag als Johanna abflog, setzte wieder der richtige Segelwind ein. Wir schafften es gerade noch mit der Columba pünktlich entlang des Flughafens zu segeln, während Johannas Flugzeug abhob. An dem Tag darauf entschieden wir uns für eine Nachtfahrt. Der Markus hat aber das seltsame Schicksal, dass sobald ich Wache habe und er sich schlafen legen will, irgendetwas passiert, so dass er gleich wieder auf der Matte stehen muss. Zuerst war ein sofortiger Segelwechsel notwendig und kaum dass er sich wieder hinlegte, sah ich direkt voraus eine Signalrakete in der Luft. Sie war zwar grün, (im Seenotfall schießt man rot) aber vielleicht hatte derjenige ja gerade nichts rotes zur Hand. Na ja, wir lauschten eben zum UKW und grasten mit den Augen jede Welle in dieser stockfinsteren Nacht ab. Markus dachte schon, dass ich mich wohl verguckt hätte, doch da ging schon die nächste Rakete hoch, jedoch diesmal etwas inter uns. Wir haben kein Boot in unserer Nähe sehen können und wissen bis jetzt nicht, was das gewesen sein könnte.

Heute dachten wir mal so richtig stressfrei die Küste entlang zu segeln. Doch wenn man sich ausruhen will, bekommt man meistens das Gegenteil. Immer stärker wurde der Wind, so dass wir zum Schluss nur noch einen kleinen Lappen als Vorsegel draußen hatten. Ich hatte bisher nie gedacht, dass das Vor- dem –Wind –Ablaufen so mühsam sein kann. Moritz war dementsprechend empört bei jeder Gischt, die entweder von der Seite oder von hinten sich über unseren Nacken ergoss. Jetzt sind wir aber endlich in einem kleinen Hafen am Südende von Gran Canaria gelandet und haben tatsächlich noch den letzten Liegeplatz bekommen. Morgen soll recht viel Wind durchfegen, daher werden wir es wohl nicht bis Weihnachten bis nach La Palma schaffen, wo wir uns eigentlich mit meinen Eltern treffen wollten.

Wir hoffen, dass auch Ihr eine wunderschöne Weihnacht verbringen werdet und wünschen Euch das Beste für das Neue Jahr.

Alles Liebe Eure Maria, Markus und Moritz