Donnerstag, 30. August 2007

Reisefieber

Hallo Ihr Lieben,

unsere Zeit in Nordamerika ist schon wieder vorbei! Schon sind wir wieder auf dem Sprung und machen uns auf die Socken. Unsere Flexibilität hat sich hier sehr bewehrt, denn alle paar Tage sind wir umgezogen. Von der Matratze im Wohnzimmer des einen Hauses, zum Zelt im Garten des anderen Hauses. Langweilig wurde es uns natürlich nicht, denn von Garten umgraben, Umzugswagen fahren, Kinderhüten und Hundeausführen war so ziemlich von allem etwas drin......Dann zwei herrliche Wochen Haushüten für Freunde in einem schnuggeligen Holzhaus in den Bergen, komplett mit Hühnern, Enten, und Hunden. Bären oder Berglöwen sind uns zum glück nicht begegnet, dafür riesige Eulen... Und schliesslch konnten wir sogar das Windsurfen noch erproben, traumhafte Wandergebiete erkunden und auf einer Kutsche durch die Gegend sausen.

Nun hat uns „Heimat B“ wieder, bei gar un-sommerlicher Kälte, Regen- und Sturmböen. Dafür hat Francois einen neuen Kumpel, den Moritz nämlich. Nur dass dieser schon etwas ältere Herr nicht ganz so enthusiastisch mitspielt wie „Sparky“. (siehe Video!). Dafür gibt’s für ihn 2000qm Garten und jede Menge unbekannte Dinge zum AnbellenJ

!!Videos!!


Hundespielzeit

Wir können nun endlich auch Kurzvideos hochladen. Hier gibt's also auch prompt einige aus den letzten Jahren. Aber ACHTUNG: nur mit rascher Internetverbindung bekömmlich.


Delphine Vor Italien


Unter Boot Tauchen

Passatsegeln


Passatsegeln Bug



Griechischer Strand

Die Westküste Kanadas


Francois sucht Schutz vor Sonne und Fremdlingen!


















...baufällige Eisenbahnbrücke...












...Regenwald an der Westküste von Vancouver Island...


















...die "Juan de Fuca Meerenge" mit Blick auf die USA...














...erste Surfversuche...

Sonntag, 24. Juni 2007

Duncan, B.C., Kanada


Willkommen in Duncan, B.C. Hier thront der grösste Eishockeyschläger der Welt! 28 tonnen schwer und mehr als 61 Meter lang.















Die Lipizzaner Pferdeshow

Ostküste USA






Pünktlich zum 6.ten HOCHZEITSTAG ein Dinner in ausgefallener Location. Traditionsgetreu darf die Bootsfahrt natürlich nicht fehlen!

Freitag, 1. Juni 2007


"Unsere" Karawane in Mochima, Venezuela


Geschäfts-reise...

Vom Kauf- und Flugrausch

Was haben Arbeitslose und Rentner gemeinsam? Sie haben keine Zeit für nix! So brauchten wir zwei Monate, um Euch wieder auf den neuesten Stand bringen zu können.

Wir sind vollkommen woanders als Ihr wahrscheinlich jetzt denkt, doch erst einmal die Fortsetzung zu dem letzten Text.

(Bevor Ihr jetzt aber diesen Textabschnitt lest, solltet ihr zwei "Posts" weiter unten anfangen.)

Die Spuren waren so breit wie Tracktorspuren. Was für Riesenschildkröten müssen das gewesen sein! Zwei Stellen haben wir auf Anhieb sehen können, an denen sie ihre Eier vergraben haben, doch die eine hatte jemand leider schon angebuddelt. Hohe Sanddünen kletterten wir hoch und rutschten sie herunter, als wären wir auf einer Rodelbahn. Von hohen Wellen verlockt, konnte Markus vom Boddysurfen gar nicht genug bekommen. So richtig hier schwimmen zu gehen, wurde uns abgeraten, da es angeblich sogar bei den Ankerbuchten Hammerhaie geben soll. Bei Sonnenaufgang ging es am nächsten Morgen weiter; wir segelten nach Isla Margarita. Wir erlebten hier ein für uns vollkommen neues Phänomen: den Kaufrausch. Alles ist hier unglaublich billig und die Auswahl riesig. Wir kauften Kleider, Schuhe usw... Doch das war nicht unser grösstes Problem: wo sollen wir unser Geld wechseln? In Venezuela ist eine so starke Inflation, dass es im nächsten Jahr eventuell neues Geld geben soll, bei dem einfach drei Nullen weggestrichen werden. Dementsprechend gross und lohnenswert ist der Schwarzmarkt, kaum ein Mensch wechselt sein Geld noch bei der Bank. Ein Segler gab uns eine Adresse, bei der es gut sei, Geld zu wechseln. Auf den Strassen gibt es zwar viele, die einem das Geld wechseln wollen, doch das Risiko ist zu gross, dort erwischt zu werden. Markus zog also mit den anderen Männern unseres Konvois zu der empfohlnen Adresse: sie gingen zu einem Hauswahrenladen. Sie gingen zu dem arabischen Inhaber des Ladens und teilten ihre Absicht mit. Im Laden war aber nur für die Hälfte der Männer Geld vorrätig, daher mussten sie eine Stunde warten, bis das weitere Geld aus irgendwelchen dubiosen Ecken beschaft werden konnte. Die Situation wurde immer unangenehmer, als zwei mächtige Uniformierte in den Laden kamen. Markus hatte soeben sein Geld erhalten und seine Taschen quollen über vor Geldscheinen. Alle hielten den Atem an und wähnten sich schon im Gefängnis, als die Uniformierten in die Taschen griffen und dicke Bündel von Geldnoten überreichten. Einer unserer Freunde wollte etwas mehr Geld wechseln, musste daher dem Inhaber in ein Hinterzimmer folgen, wo er eine Schublade aufzog, in der Millionen von Euros verborgen waren. Da erblickten sie ein Foto, auf dem der Inhaber den Arm um Saddam Hussein legt mit dem Untertitel: „My best friend“.

Schnell war das Geld ausgegeben, Kleider hatten wir nun in Hülle und Fülle, zum Essen kaufen reichte es nicht mehr, doch eines war uns klar: auf ein weiteres Geldwechselabendheuer wollten wir verzichten.

Im letzten Augenblick gelang es uns, noch Freunde aus Wilhelmshaven zu treffen, die wir eigentlich schon zwei Jahre zuvor in Venezuela hatten treffen wollen.

Der Rest unseres Konvois beschloss, ebenfalls mit uns ein Stopp auf dem Weg nach Puerto La Cruz einzulegen, damit wir keinen unnötigen Gefahren ausgesetzt werden. Markus und ich tigerten zur Küstenwache, um uns über die verschiedenen Gegenden zu erkundigen. Was staunten wir da, als wir uns deren Schiffe mal genauer ansahen. In Irland waren sie so gebaut, dass sie eher einer Kugel glichen, damit sie möglichst heile bei einer Durchkenterung davon kommen könnten. Hier aber schien deren Aufgabe einen anderen Schwerpunkt zu haben: das Deck stand voll von Kanonen. Mit hochachtung stellten wir uns zwischen die Maschinenkanonen, alle „Küstenwachemarineoffiziere“ schaarten sich um uns und lauschten dem Kapitän, der uns alle wichtigen Hinweise gab. Wieder im Konvoi ging es weiter zum Festland, Mochima sollte in dieser Gegend der sicherste Platz zum Ankern sein. Am Ende einer langen Bucht befand sich ein kleines Dörfchen vor dem wir den Anker warfen.

Wir staunten über die schicke Marina, aber wir staunten noch mehr als wir sahen, dass immer mindestens 10 Wächter mit Gewehr im Anschlag 24 Stunden Patroillieren. Aus diesem bewachten Gelände gab es kein Ausbrechen!

Es wird inzwischen schwühl und heiss in dieser Gegend, Francois weigert sich wegen der Hitze unter Deck zu schlafen, bellt hin und wieder die patroillierenden Nachtwächter an, wir schwitzen in unserem Bett, werden von Mücken zerstochen und wirkliche Freiheitsgefühle kommen da auch nicht auf. Wir buchen einen Flug nach Miami, den wir durch den günstigen Wechselkurs schon beinahe nachgeschmissen bekommen.

Da die Marina in einer sehr armen Gegend liegt, kommt das Taxi morgens um 5:30Uhr in die Marina gefahren, die Tore werden geschlossen, wir steigen ein und mit einem Affenzahn geht es durch die Armenviertel bis zum Flughafen. Am Flughafen gab es erst einmal Verhandlungen darum, dass wir Francois möglichst spät erst abgeben müssen. Wie? Wir trauen unseren Augen nicht. Das arme Tier wird einfach zwischen die Koffer auf das Fliesband gestellt. Wir protestieren bis uns klar wird, dass der Flughafen eh so klein ist, dass das Fliesband gar nicht so weit führen kann. Zu guter letzt musste das Flugzeug eine halbe Stunde warten, da sie vergessen hatten, von unserem une einem anderen Hund die Papiere zu kopieren.

In Miami angelangt, schnappten wir uns ein Auto, besuchten dort noch Freunde von unserem Freund Rainer und steuerten dann gen Norden. Wir bekommen einen regelrechten Kulturschock als wir diese Villenviertel sehen. Was für ein Kontrast zu der südlichen Karibik!

Auf dem Highway durchquerten wir Florida und hielten für ein paar Tage in Alabama. Markus` Bruder lebt dort mit Frau und drei Kindern, die wir noch nie gesehen hatten. Auf der Strecke dorthin hatten wir grosses Glück, da grosse Feuer nur 5 Meilen von uns entfernt ganze Landstriche verwüsteten, doch an unserem Reisetag zufällig der Wind aus der anderen Richtung kam und dadurch die Strassen befahrbar waren. Inwischen sitzen wir in Buffalo NY bei meinen Schwiegereltern. Hier hatten wir eigentlich ein altes Autochen kaufen wollen, um nach Vancouver zu fahren, doch seit ein paar Jahren ist die amerikanische Regierung der Meinung, dass gebrauchte Autos zu sehr zu Attentaten verleiten könnten und man daher erst einen amerikanischen Führerschein machen muss. Naja, so ganz genau kann ich nicht sagen, ob das zusammenhängt, aber zumindest besteht dieses Gesetz seit der ganzen Attentäterhysterie. Jetzt fliegen wir eben nach Vancouver und geniessen dort den kühlen Sommer. Seitdem wir aus der Hitze draussen sind, ist Francois nicht wieder zu erkennen. Er tobt mit dem Hund meiner Schwiegereltern von morgens bis abend und ist überglücklich.